Wasser-Kraftwerk Niderbach eingeweiht

...Stromproduktion für 700 Haushalte (08.06.2017)

 

Das neue Wasserkraftwerk Niderbach liegt auf der Grenze der Gemeinden Goms und Obergoms und wurde am 2. Juni eingeweiht. Es wird jährlich Energie für umgerechnet 700 Haushalte produzieren (3.1 Mio. kWh).

An den Zielen der schweizerischen Energiewende gemessen sei dies zwar ein geringer, aber eben doch ein Beitrag, den man mit dem neuen Kraftwerk leiste, freute sich Diego Pfammatter. Der Geschäftsführer der Betreiberin Kraftwerke Obergoms AG (KWOG), betonte zudem, dass die Anlage sowohl im Zeitplan als auch innerhalb des Kostenrahmens erstellt worden sei. Sämtliche Aufträge – mit Ausnahme von spezialisierten Arbeiten oder dort, wo ein hiesiger Anbieter gefehlt habe – sei an regionale Firmen vergeben worden. Von den Kosten von 4,5 Millionen seien deshalb vier Millionen Franken im Oberwallis verblieben, merkte Pfammatter an, wobei die Kosten die Aktionäre der KWOG tragen. Diese setzen sich zusammen aus der Gemeinde Obergoms (50,5 %), der Elektrizitätswerk Obergoms AG und der EnAlpin AG (je 24,1 %) sowie aus der Gemeinde Goms (1,3 %).

Arbeitsplätze für Randregion
«Klar muss man ehrlich zugeben: Solche Kraftwerke sind heute nur dank der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) wirtschaftlich betreibbar», so der Geschäftsführer über die Subventionen für Produzenten sauberer Energie. Gleichzeitig sei er aber zuversichtlich, dass der Strompreis für Wasserkraft in 20 bis 25 Jahren – also nach Auslaufen der KEV – wieder höher liegen werde. «Die Gemeinden Goms und Obergoms beherbergen auf ihren Territorien zahlreiche Wasser- und Windkraftwerke. Damit sind sie in der Energielandschaft Wallis wichtige Partner», erklärte Christian Imsand. Der Verwaltungsratspräsident der KWOG bezeichnete das Kraftwerk Niderbach zudem als «wichtigen Mosaikstein». Damit nahm Imsand Bezug auf zwei weitere Kraftwerkprojekte der Betreibergesellschaft: das bereits fertiggestellte KW Ulrichen und das KW Gere in Oberwald, das die KWOG in drei bis vier Jahren in Betrieb zu nehmen hofft. «Damit wir die Abwanderung unserer jungen Leute aus dem Goms bremsen oder stoppen können, müssen wir ihnen Perspektiven in Form von Arbeitsplätzen geben», erklärte der VR-Präsident, der gleichzeitig auch als Obergommer Gemeindepräsident amtet. Für ihn sei es somit besonders von Bedeutung, dass aufgrund der beiden bereits fertiggestellten Kraftwerke auch zwei Arbeitsplätze geschaffen wurden. Für eine Randregion sei dies ein zentraler Punkt.

Sportliches Tempo bei Projektumsetzung
Ermöglicht worden war die Schaffung dieser Stellen unter anderem von den Urversammlungen der Gemeinden Goms und Obergoms, auf deren Grenze das Kraftwerk Niderbach steht. Ende 2013 hatten die Stimmberechtigten der KWOG erlaubt, das Wasser des Niderbachs zu nutzen. Anschliessend kam das Projekt rasch voran: Nach der Planungs- und Bewilligungsphase konnte im September 2015 mit dem Bau begonnen werden. Ein gutes Jahr später – im vergangenen November – konnte das am 2. Juni eingeweihte KW Niderbach schliesslich erstmals in Betrieb genommen werden. Geschäftsführer Pfammatter bedankte sich denn auch bei allen Involvierten für das – entsprechend einer Gebirgsbaustelle – sportliche Tempo. Er bedankte sich zudem bei den Umweltverbänden, die wohl auch dank des landschaftsschonenden Erscheinungsbildes keine Einsprache gegen das Projekt erhoben.

 >> Hier finden Sie den Bericht über die Einweihung des KW Niderbach, der am 3. Juni 2017 im Walliser Bote erschien