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Batteriespeicher für Zuhause – sinnvoll oder nicht?

July 2, 2026

Photovoltaikanlagen sind auf Schweizer Dächern längst angekommen. Immer mehr Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer produzieren ihren eigenen Strom und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Gleichzeitig stellt sich bei vielen die Frage, wie möglichst viel dieses Solarstroms selbst genutzt werden kann. Genau hier kommen Batteriespeicher ins Spiel.

Während eine Solaranlage tagsüber den höchsten Ertrag liefert, fällt der Stromverbrauch in vielen Haushalten vor allem morgens und abends an. Ohne Speicher wird überschüssiger Solarstrom deshalb ins öffentliche Netz eingespeist. Mit einem Batteriespeicher lässt sich diese Energie zwischenspeichern und später im eigenen Haushalt nutzen.

Doch lohnt sich die Investition tatsächlich? Und wie sieht die Situation bei den zahlreichen Zweitwohnungen im Goms aus?

Wie funktioniert ein Batteriespeicher?

Ein Batteriespeicher speichert überschüssigen Solarstrom, der nicht sofort im Haushalt benötigt wird. Sobald die Sonne nicht mehr genügend Energie liefert, beispielsweise am Abend oder in den frühen Morgenstunden, kann der gespeicherte Strom wieder genutzt werden.

Dadurch steigt der sogenannte Eigenverbrauchsanteil. Dieser beschreibt den Anteil des selbst produzierten Solarstroms, der direkt im eigenen Gebäude verbraucht wird.

Ohne Batteriespeicher liegt dieser Wert bei vielen Einfamilienhäusern zwischen 25 und 40 Prozent. Mit einem Speicher lässt sich der Eigenverbrauch häufig auf 60 bis 80 Prozent steigern.

Eine vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz ist damit jedoch nicht gegeben. Vor allem in den Wintermonaten liefern Dachanlagen zu wenig Energie, um den gesamten Strombedarf zu decken. Hier zeigen Fassadenanlagen ihre Stärke: Sie produzieren auch im Winter zuverlässig Strom. Zusammen mit einem Batteriespeicher lässt sich der Netzstrombezug erheblich senken.

Was kostet ein Batteriespeicher?

Die Kosten für Batteriespeicher sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Gemäss Swissolar kostet ein Batteriespeichersystem heute je nach Speicherkapazität zwischen 400 und 700 CHF pro Kilowattstunde Speicherkapazität, inklusive Wechselrichter und Installation.

Ein typischer Speicher für ein Einfamilienhaus verfügt über eine Kapazität von 8 bis 15 kWh. Daraus ergeben sich ungefähr folgende Investitionskosten:

  • 5 kWh / CHF 2'000 - 3'500
  • 10 kWh /CHF 4'000 -7'000
  • 15 kWh / 6'000 -10'500

Aktuelle Marktanalysen zeigen, dass ein 15-kWh-Heimspeicher in der Schweiz inzwischen durchschnittlich für rund CHF 6'500 bis 8'000 installiert wird.

Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem vom Hersteller, den Installationsbedingungen und der Integration in die bestehende Photovoltaikanlage ab.

Wann rechnet sich ein Batteriespeicher?

Die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Strompreis des Energieversorgers
  • Vergütung für eingespeisten Solarstrom
  • Grösse der Photovoltaikanlage
  • Stromverbrauch des Haushalts
  • Eigenverbrauchsquote
  • Anschaffungskosten des Speichers

Besonders interessant wirdein Speicher dann, wenn die Differenz zwischen Strombezugspreis und Einspeisevergütung gross ist.

Ein einfaches Beispiel

Ein Haushalt produziert mit seiner Photovoltaikanlage jährlich 8'000 kWh Solarstrom. Ohne Batteriespeicher werden 3'000 kWh selbst genutzt und 5'000 kWh ins Netz eingespeist.

Nehmen wir an:

  • Strombezugspreis: 30 Rp./kWh
  • Einspeisevergütung: 10Rp./kWh

Die selbst genutzten 3'000kWh sparen Stromkosten von CHF 900 pro Jahr. Die eingespeisten 5'000 kWh bringen eine Vergütung von CHF 500. Der gesamte Nutzen beträgt somit CHF 1'400 pro Jahr.

Mit Batteriespeicher(Investition ca. CHF 6'000 für 10 kWh) erhöht sich der Eigenverbrauch beispielsweise auf 5'500 kWh.

Dann ergeben sich:

  • 5'500 kWh Eigenverbrauch =CHF 1'650 Einsparung
  • 2'500 kWh Einspeisung = CHF250 Vergütung

Gesamtnutzen: CHF 1'900 pro Jahr.

Der Speicher erhöht den jährlichen Nutzen in diesem Beispiel um rund CHF 500. Bei einer Investition von CHF 6'000 ergibt sich eine Amortisationszeit von etwa 12 Jahren und das ohne Berücksichtigung möglicher Strompreissteigerungen.

Mit steigenden Strompreisen und weiter sinkenden Speicherkosten verbessert sich die Wirtschaftlichkeit laufend. Bei Strompreisen von 35 Rp./kWh oder mehr verkürzt sich die Amortisationszeit bereits deutlich. 

Die richtige Grösse wählen

Ein überdimensionierter Speicher verursacht unnötige Kosten und wird häufig nicht vollständig genutzt.

Swissolar empfiehlt, die Speichergrösse entweder auf die Leistung der Photovoltaikanlage oder auf den Stromverbrauch des Haushalts abzustimmen. Als Faustregel kann die Speicherkapazität etwa dem 1,5-fachen der installierten PV-Leistung in kWp entsprechen.

Für eine Photovoltaikanlage mit 8 kWp wäre somit ein Speicher von rund 12 kWh eine sinnvolle Grössenordnung. 

Kombination mit Wärmepumpe und Elektroauto

Besonders attraktiv werden Batteriespeicher in Kombination mit weiteren elektrischen Verbrauchern.

Eine Wärmepumpe lässt sich gezielt mit selbst produziertem Solarstrom betreiben. Auch Elektrofahrzeuge können tagsüber oder über gespeicherte Energie geladen werden.

Dadurch steigt der Eigenverbrauch zusätzlich, was die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage verbessert. In solchen Szenarien können Eigenverbrauchsquoten von über 80 Prozent erreicht werden, was die Amortisationszeit des Speichers deutlich verkürzt.

Moderne Energiemanagementsysteme übernehmen dabei die Steuerung automatisch und sorgen dafür, dass möglichst viel Solarstrom im eigenen Haushalt genutzt wird.

Stromausfall: Funktioniert der Speicher dann weiter?

Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Batteriespeicher automatisch als Notstromversorgung dient. Das ist jedoch nicht immer der Fall.

Die meisten Standardanlagen schalten sich bei einem Stromausfall aus Sicherheitsgründen ab. Nur ein Teil der am Markt verfügbaren Systeme verfügt über eine echte Notstrom- oder Ersatzstromfunktion. Für eine vollständige Versorgung des Hauses sind zusätzliche technische Einrichtungen erforderlich.

Wer Wert auf eine Notstromlösung legt, sollte dieses Thema bereits bei der Planung ansprechen. Die Mehrkosten für eine Notstromfunktion liegen typischerweise bei CHF 1'000 bis 3'000.

Wie lange hält ein Batteriespeicher?

Die heute eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien sind deutlich langlebiger als frühere Speichersysteme. Viele Hersteller garantieren eine Nutzungsdauer von zehn Jahren oder mehr. Je nach Nutzung können moderne Lithium-Speicher mehrere tausend Ladezyklen absolvieren, typischerweise zwischen 4'000 und 6'000 Zyklen.

In der Praxis entsprichtdies häufig einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren, was die Wirtschaftlichkeit der Investition zusätzlich verbessert.

Natrium-Ionen-Batterien: Die vielversprechende Alternative

Seit kurzem etablieren sich auch Natrium-Ionen-Batterien (Na-Ion) als Alternative auf dem Markt. Diese Technologie bringt mehrere interessante Vorteile mit sich:

Vorteile
  • Rohstoffverfügbarkeit: Natrium ist nahezu unbegrenzt verfügbar und deutlich günstiger als Lithium
  • Umweltfreundlicher: Keine kritischen Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel erforderlich
  • Sicherer: Geringeres Brandrisiko und höhere thermische Stabilität
  • Längere Lebensdauer: Bis zu 10'000 Ladezyklen möglich
  • Unempfindlicher: Weniger anfällig bei Tiefentladung
Nachteile
  • Etwas geringere Energiedichte (benötigt mehr Platz für gleiche Kapazität)
  • Noch begrenzte Verfügbarkeit am Schweizer Markt
  • Technologie noch in der Markteinführung

Besonders für stationäre Heimspeicher, wo das Gewicht keine Rolle spielt und Langlebigkeit sowie Sicherheit im Vordergrund stehen, könnten Natrium-Batterien mittelfristig zur bevorzugten Technologie werden. Erste Systeme sind bereits erhältlich, die Marktdurchdringung wird in den kommenden Jahren erwartet.

Für beide Technologien gilt: Die tatsächliche Lebensdauer hängt stark von der Nutzung, der Anzahl der Ladezyklen und den Umgebungsbedingungen ab. Eine fachgerechte Installation und regelmässige Wartung tragen massgeblich zur Langlebigkeit bei. 

Sind Batteriespeicher auch für Zweitwohnungen sinnvoll?

Diese Frage stellt sich im Goms besonders häufig. Auf den ersten Blick scheint ein Batteriespeicher auch für Zweitwohnungen attraktiv zu sein. Schliesslich steht oft eine grosse Dachfläche zur Verfügung und der Wunsch nach einer möglichst nachhaltigen Energienutzung ist vorhanden.

Die Realität ist jedoch etwas differenzierter.

Ein Batteriespeicher lebt davon, dass der gespeicherte Strom innerhalb kurzer Zeit wieder verbraucht wird oder anders gesagt: Der Speicher muss arbeiten. Bei Zweitwohnungen, die über längere Zeiträume leer stehen, fehlt dieser Verbrauch häufig.

Wird tagsüber Solarstrom produziert, aber weder am Abend noch in den folgenden Tagen genutzt, kann der Speicher seine Vorteile nur teilweise ausspielen.

Interessant wird die Kombination vor allem dann, wenn:

  • die Wohnung regelmässig genutzt wird,
  • eine Wärmepumpe vorhanden ist,
  • eine Heizungsfernsteuerung eingesetzt wird,
  • ein Elektrofahrzeug vor Ort geladen wird.

In solchen Fällen kann ein Batteriespeicher durchaus sinnvoll sein. Bei den gesunkenen Preisen wird die Investition auch für Zweitwohnungen zunehmend interessanter, vorausgesetzt, es gibt einen regelmässigen Stromverbrauch.

Bei selten genutzten Ferienwohnungen sollte hingegen genau geprüft werden, ob die Investitionskosten von CHF 4'000 bis 8'000 durch den tatsächlichen Nutzen gerechtfertigt werden. Oft ist in solchen Fällen die reine Einspeisung ins Netz die wirtschaftlichere Lösung. 

Blick in die Zukunft

Die Entwicklung bei Batteriespeichern zeigt klar nach oben – sowohl bei der Verbreitung als auch bei der technologischen Weiterentwicklung.

In der Schweiz waren 2025 bereits rund 1'500 MWh Speicherkapazität hinter dem Verteilnetz installiert. Dieser Wert dürfte sich in den kommenden fünf Jahren mindestens verdoppeln.

Wesentliche Trends
  • Sinkende Kosten: Experten rechnen damit, dass die Preise bis 2030 auf unter 300 CHF pro kWh fallen könnten
  • Neue Technologien: Natrium-Ionen-Batterien werden zunehmend marktreif und könnten Lithium-Speicherteilweise ablösen
  • Intelligente Vernetzung: Künftige Speichersysteme werden stärker ins Stromnetz eingebunden und können zur Netzstabilisierung beitragen
  • Vehicle-to-Home: Elektroautos werden zunehmend als mobile Stromspeicher nutzbar
  • Grössere Kapazitäten: Durch günstigere Preise werden auch Speicher mit 20 kWh und mehr für Privathaushalte erschwinglich

Die zunehmende Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeversorgung macht Batteriespeicherpraktisch unverzichtbar. Wer heute eine Photovoltaikanlage plant, sollte einen Speicher zumindest als Option mitdenken, die unvorbereitete Nachrüstung ist später oft aufwendiger und teurer. 

Fazit

Batteriespeicher haben sich von einer Zukunftsvision zu einer wirtschaftlich attraktiven Lösung entwickelt. Mit Investitionskosten von CHF 4'000 bis 8'000 für ein typisches Einfamilienhaus und Amortisationszeiten von 10 bis 15 Jahren rechnen sich viele Anlagen bereits heute, Tendenz stark steigend.

Batteriespeicher sindbesonders sinnvoll, wenn
  • Sie eine Photovoltaikanlagebesitzen oder planen
  • Ihr Stromverbrauch vor allemmorgens und abends stattfindet
  • Sie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto betreiben
  • Die Differenz zwischen Strombezugspreis und Einspeisevergütung gross ist
  • Sie Ihren Eigenverbrauch maximieren und unabhängiger werden möchten

Bei Zweitwohnungen gilt: Die Wirtschaftlichkeit hängt massgeblich vom Nutzungsverhalten ab. Regelmässige Aufenthalte, eine Wärmepumpe oder ferngesteuerte Verbraucher machen den Speicher auch hier attraktiv. Bei selten genutzten Objekten sollte die Investition jedoch sorgfältig geprüft werden.

Die gute Nachricht: Mit sinkenden Preisen, neuen Technologien wie Natrium-Batterien und steigenden Stromkosten wird sich die Wirtschaftlichkeit in den kommenden Jahren weiterverbessern. Wer heute investiert, profitiert von ausgereifter Technik zu fairen Preisen, und leistet gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Energiewende.

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